"An den 300. Todestag eines Lorenzkircher Pfarrers zu erinnern, ist ungewöhnlich!", das stellte am Sonntag, 1. Mai 2021 Superintendent in Ruhe Andreas Stempel bei seiner Predigt in der St. Laurentiuskirche Lorenzkirch über einen Text aus Offenbarung 22,1-5 fest.


P1200661 smallDie Idee hinter diesem Erinnern an Georg Heinrich Sappuhn hatte ursprünglich zwei Schwerpunkte: einen theologischen sowie einen geselligen. Im Coronajahr mussten wir das gesellige Miteinander leider bis auf die Abgabe eines frisch gerösteten 100g-Päckchens "Müllers Bester"-Kaffee aus der Kaffeerösterei in Wildenhain zusammenstreichen; zum Aufgießen, für daheim. Georg Heinrich Sappuhn, der von 1689 bis 1721 in Lorenzkirch, Jacobsthal und Kreinitz Pfarrer gewesen ist, soll schließlich den Kaffee in Sachsen etabliert haben.
Sappuhn stammte ursprünglich aus dem Ostpreußischen Heilsberg. Katholisch getauft studierte er an der pietischen-lutherisch geprägten Universität Königsberg Theologie, dann in Krakau Sprachen und Geschichte, bevor er im heutigen slovakischen Presov am evangelischen Kolleg eine Professur für Rhetorik und zeitgleich als Diakon den Predigtdienst an der Stadtkirche versah. In der Begegnung mit katholischem und evangelischem Christentum sowie dem osteuropäischen Islam schärfte sich seine theologische Argumentationsfähigkeit und vertiefte sich sein christlicher Glaube. Zwischen politische und religiöse Fronten geraten floh er über Breslau nach Sachsen und kam über Leipzig und Meißen schließlich nach Lorenzkirch. In den Stürmen seiner Zeit wusste er sich geborgen in Gott. Sappuhns wechselvolles Leben mit den Herausforderungen unserer Zeit und den Worten aus Offenbarung 22 zusammen zu hören, war anregend und und tröstlich. Herzlichen Dank allen Beteiligten.

Pfarrerin Grit Skriewe-Schellenberg

 

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Das Pfarrhaus in Lorenzkirch

 

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