„Heute haben wir wieder einmal aus dem Vollen geschöpft!“ Wer das von sich behauptet, erkennt noch, wie wenig selbstverständlich das ist.

Um Mangel und Überfluss geht es auch bei Jesu erstem Wunder auf einer Hochzeitsfeier: Dass der Wein ausgeht, könnte die ganze Festfreude trüben. Von seiner Mutter gebeten, rettet Jesus die Feier: Aus Wasser wird der erlesenste Wein. Auf ein Wunder hoffen auch die Judäer, die in der Dürre nach Gottes Hilfe rufen. Wo ist er in dieser schwierigen Zeit? Gottes Herrlichkeit ist dem menschlichen Auge und Geist noch verborgen – davon spricht der Apostel Paulus und das erfährt Mose, der Gott nur hinterhersehen darf, weil sein Auge Gottes Anblick nicht erträgt. Und doch: Diejenigen, die nach Gott suchen und nach seinem Willen leben wollen, ahnen die Fülle, die Gott ihnen verheißt: Wenn unsere Gaben zu Quellen der Freude und Stärke für andere werden, dann loben wir den, der uns damit beschenkt hat.

Gebet für den 1. Sonntag nach Epiphanias

Zeige uns deinen Willen,
treuer und barmherziger Gott.
Zeige der Welt deinen Willen,
damit das Gute stark wird,
damit die Liebe wächst,
damit die Freude zurückkehrt.
Wir bitten dich: Erhöre uns.

Zeige deinen Willen denen,
die mächtig sind.
Öffne ihre Augen für die Verzweiflung der Schwachen.
Berühre ihre Herzen,
damit denen geholfen wird,
die ihren Lebensmut verlieren.
Wir bitten dich: Erhöre uns.

Zeige deinen Willen denen,
die das Gute suchen.
Hilf ihnen, das zu tun,
was nötig ist.
Hilf denen, die sich für andere verausgaben,
die Kranke pflegen,
die Verunsicherten beistehen
und die Trauernde trösten.
Wir bitten dich: Erhöre uns.

Zeige deinen Willen allen,
die nach dir fragen.
Sprich zu denen,
die in diesen Tagen voller Zweifel sind
und auch zu denen, die an dir festhalten.
Deine Liebe verbinde uns,
damit wir sie in dieser Welt weitergeben.
Sprich zu uns, treuer und barmherziger Gott,
denn wir gehören zu dir.
Deine Kinder sind wir und
im Namen Jesu, deines Sohnes, unseres Bruders und Herrn,
bitten wir dich.
Erhöre uns.

Amen.